Kommunikation über
interstellare Distanzen

Untersuchungen von Prof. Dr. Karl Meinzer

Alle paar Jahre untersucht Prof. Dr. Karl Meinzer, Gründer und Projektleiter der AMSAT-DL, inwieweit die Technologie fortgeschritten ist, dass zu den Fixsternen Funkstrecken möglich sind. Aufgrund der Berechnung der Funkstrecken, hält er in seinen Aufsätzen die bisherigen SETI-Versuche für naiv. In einem aktuellen Beitrag kommt er aber zu einem interessanten Ansatz, der mit heute auf der Erde vorhandener Technologie einen allgemeinen Ruf (unter Funkamateuren CQ-Ruf) zu benachbarten Fixsternen sinnvoll erscheinen lässt.

Teil 1 der Untersuchungen, 1994

In seinem früheren Aufsatz im AMSAT-DL Journal betrachtete Karl Meinzer die technischen Möglichkeiten. Aus der Tatsache, dass Mikrowellen durch die Erdatmosphäre bedämpft werden, und der absehbaren Möglichkeit, einmal große Strukturen wie Antennen im Weltraum betreiben zu können, wurden besonders die Verhältnisse außerhalb der Atmosphäre betrachtet.

Zunächste leitete Prof. Meinzer aus den Linkbilanzen eine Funktion ab, die Antennenaufwand und Streckendämpfung in eine Relation setzt. Danach verbessern sich die Linkverhältnisse um ca. 3 dB je Frequenzverdoppelung. Begrenzender Faktor nach oben hin sind die technische Verfügbarkeit und Handhabung der notwendigen Systeme im hohen GHz-Bereich.

Für 150 GHz und einer Senderleistung von 1 MW ergeben sich nach diesen Berechnungen bei Antennengrößen zwischen 6 und 100 m erreichbare Distanzen von 4,6 bis 1000 Lichtjahren.

Teil 2 der Untersuchungen, 2005

Rund 11 Jahre später wurde die technologische Situation noch einmal untersucht. Bedeutende Fortschritte in der Raumfahrt, die eine Realisierung der 1994 gemachten Ansätze durchführbar erscheinen lassen, hat es zwischenzeitlich jedoch nicht gegeben. Daher wurden die Möglichkeiten, von der Erde aus interstellare Funkstrecken zu überbrücken, genauer untersucht.

Danach kommt Prof. Dr. Meinzer zu dem Schluss, dass mit heute, teilweise für die AMSAT-DL schon verfügbarer, Technik erkennbare Signale in den Sonnensystemen unserer direkten Nachbarschaft von 20 Lichtjahren Entfernung auszusenden sind. Damit dreht er den SETI-Ansatz herum und fragt, ob wir den Versuch wagen sollen, uns hörbar zu machen?

Das terrestrische Mikrowellenfenster hat zwischen 1 und 15 GHz seine größte Durchlässigkeit.

Mit moderner Sendertechnik lassen sich bis zu 1 MW Leistung auf mm-Wellenlängen erzeugen.

Über die 30-m-Antenne in Weilheim könnten schon Signale zu Nachbar-
fixsternen ausgestrahlt werden.

 

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PDF 

Kommunikation über interstellare Distanzen, Teil 1 und Teil 2
Aufsätze von Prof. Dr. Karl Meinzer im AMSAT-DL Journal (PDF, 781 kB)