Nutzlasten für den Marsorbit

Die P5A-Marssonde bietet Raum für wissenschaftliche Nutzlasten. AMSAT-DL stellt quasi als Grundgerüst die Sonde als Transportmedium und die Technik zur Daten-
übertragung für verschiedene Forschungsaufgaben an Bord zur Verfügung. Daneben sind eigene Nutzlasten der AMSAT-DL vorgesehen.

Zum P5A-Marsrojekt gehören der Bau und Betrieb des Raumfahrzeugs und des Bodensegments. Die AMSAT-DL erstellt dazu

  • den mechanischen Körper der Sonde,
  • stattet sie mit dem Antriebssystem für den Flug zum Mars aus,
  • integriert die Energieversorgung aus Solarzellen, Batterie und Laderegelung,
  • stellt das Navigationssytem mit Sensoren und Lageregelung bereit,
  • baut das Funksystem und
  • entwickelt die Hard- und Software des Bordrechners.

Dies sind die Komponenten, die den Flug zum Mars erst möglich machen und die essentiell sind. Darauf aufbauend können weitere Nutzlasten mit besonderen Aufgaben mitgenommen werden. Hier können Naturwissenschaftler und Planetenforscher ihre Experimente aus der Marsumlaufbahn durchführen.

Mit der SCOPE-Kamera an Bord von AMSAT-P3D entstand u. a. die obige Weitwinkelaufnahme der Erdsichel aus ca. 60.000 km Distanz.

Mit der YACE-Kamera an Bord von P3D wurde diese Auf-
nahme vom Absprengen eines ARIANE-5-Adapters im Orbit gemacht. Danach kam die Kamera für die Lage-
navigation zum Einsatz.

AMSAT-eigene Nutzlasten

Bereits an Bord des im Jahr 2000 gestarteten AMSAT-P3D-
Satelliten sind insgesamt drei Kamerasysteme. Und auch der P3E-Trainingssatellit soll mit Kameras ausgestattet werden. Daher ist als AMSAT-eigene Nutzlast für den Marsorbiter P5A z.B. ein der oben gezeigten SCOPE-Kamera (SCOPE = Spacecraft Camera for Observation of Planets and the Earth) vergleichbares System möglich.

Die beim P3D-Satelliten eingesetzte YACE-Kamera (YACE = Yet Another Camera Experiment), mit der Aufnahmen während des Starts und zur Navigation gemacht wurden, ist Grundlage eines ähnlichen Systems für die P5A-Mission. Als Sternensensor soll sie der Orientierung auf der Reise zum Mars dienen und auch Bilder vom Abtrennen eventueller Landesysteme machen.

Für die am P5A-Projekt beteiligten Funkamateure sind beispielsweise Experimente wie Ionosphären-Top-Sounder und Kommunikationstransponder umsetzbar. Der Top-Sounder kann mit Funkwellen im Kurzwellenbereich die Eigenschaften der Mars-Ionosphäre und die Kurzwellenausbreitungmöglichkeiten am Mars untersuchen.

Die vorgesehenen Kommunikationstransponder lassen sich für die Zweiwege-Kommunikation Erde-Mars-Erde und als Funkbrücke zwischen Landesystemen auf dem Mars und der Erde einsetzen.

Nutzlastkapazität für Experimentatoren

Wie bereits beim P3D-Satelliten gibt es auch bei der P5A-Mission Nutlastkapazitäten für weitere Experimentatoren. Dabei gilt als Grundlage für jedes Experiment grob die Faustformel “3 x 2”: 2 kg Masse, 2 Liter Volumen, 2 Watt Energiebedarf.

Während der P3D-Mission wurden drei derartige Experimente mitgenommen.
1. Das CEDEX-Experiments der University of Surrey untersuchte den Van-Allen-Strahlen-
gürtel der Erde und entdeckte dabei eine bislang unbekannte Doppelspitze.
2. Die NASA wies mit einem GPS-Experiment nach, dass auch oberhalb des GPS-Gürtels das Satellitennavigationssystem für die allgemeine Raumfahrt einsetzbar ist.
3. Ein RF-Monitor-Experiment der Technischen Universität Budapest dient der Untersuchung von Kurzwellen, die die Ionosphäre ungenutzt Richtung Weltall verlassen.

Das englische CEDEX-Strahlungsexperiment entdeckte während des letzten Sonnenflecken-
maximums im inneren Van-Allen-Gürtel eine Art Doppelspitze.

 

Hintergründe - mehr zum Thema

PDF 

Eine Doppelspitze im Profil des inneren Strahlungsgürtels
Aufsatz von Dr. C. Underwood zu den ersten CEDEX-Flugergebnissen (PDF, 328 kB)

 

Das GPS-Experiment auf AO-40 - vorläufige Ergebnisse
Aufsatz von F. Bauer et.al. zu den Resultaten der GPS-Messungen aus dem P3D-Orbit (PDF, 736 kB)

 

Das P3D-SCOPE-Experiment der japanischen AMSAT - JAMSAT