Die P5A-Marsmission

Bereits während der P3D-Satellit (AO-40) gebaut wurde, war dem Entwicklungsteam klar, dass mit diesem Raumfahrzeug von der Navigation, der Antriebsleistung und den Kommunikationsverfahren her die Voraussetzungen und Grundlagen für eine interplanetare Raumfahrtmission geschaffen waren.

1996 fand darauf hin ein so genanntes “Kick-Off-Meeting” statt, um die Aufgaben und technischen Basisdaten einer solchen Mission zu definieren. Dabei wurde ein großer Bedarf an einer Relaisfunkstelle zur Kommunikation zwischen Mars und Erde gesehen, um Daten verschiedener Landemission sicher übertragen zu können.

Außerdem wurde von den bei diesem Meeting anwesenden Wissenschaftlern großes Interesse geäußert, von Bord einer solchen Sonde mit naturwissenschaftlichen Nutzlasten diverse Untersuchungen des Mars durchführen zu können. Angesichts der Antriebs- und Navigationsmöglichkeiten, die die AMSAT-DL bieten kann, ist sogar die Mitnahme von Landesystemen oder Subsatelliten prinzipiell möglich.

Ein wesentliches Element einer Marsmission ist die Bodenstation zur Überwachung und Steuerung einer solchen Sonde auf interplanetarer Flugbahn. 1997 kam der Kontakt mit der Sternwarte Bochum des inzwischen verstorbenen Prof. Heinz Kaminski zustande. Dort befindet sich eine 20 m großer Parabolantenne, die durch die AMSAT-DL reaktivert werden konnte. Damit ist etwa ein Viertel des Gesamtumfangs einer Marsmission bereits abgedeckt.

Nach diesen Vorarbeiten hat der Vorstand der AMSAT-Deutschland das formelle GO im Jahr 2002 für die Mission zum Mars gegeben und erste Mittel für das Projekt freigegeben. Da diese das erste interplanetare AMSAT-Projekt ist, erhielt es in der so genannten Phase 5 die vorläufige Projektbezeichnung AMSAT-Phase 5A oder kurz P5A. In einem der Startfenster 2007 oder 2009 soll P5A seine mehrmonatige Reise antreten.

Das Besondere dieser Marsmission ist der privat und überwiegend ehrenamtliche Bau und Betrieb des Satelliten. Durch die Funkverbindung auf Amateurfunkfrequenzen ist der Empfang der P5A-Sonde allgemein erlaubt. Über eine eigene Empfangsanlage oder das Internet können Bilder und Daten mit der passenden Software direkt am eigenen Computer angezeigt werden.

Trainingssatellit P3E fliegt zuvor

Etwa zwei bis drei Jahre zuvor sollen mit einem weiteren Erdsatelliten der P3-Reihe verschiedene Technologien, darunter ein neuer Bordrechner, eine Navigationskamera und das Kommunikationssystem für die P5A-Marssonde getestet werden. Dieser Satellit ist derzeit im Bau.

Außerdem erhalten Funkamateure mit diesem Satelliten Möglichkeiten für weltweite Kontakte und technische Versuche. Für das Kommandoteam ist das P3E genannte Projekt ein Trainingssatellit für die notwendige Technik und die Kontrollprozeduren, die während der Marsmission nötig sind.

 

Hintergründe - mehr zum Thema

PDF 

Mit P5A zum Mars!
Aufsatz von Prof. Dr. Meinzer zur AMSAT-DL-Marsmission (PDF, 695 kB)