Die Geschichte der Amateurfunk-Satelliten OSCAR

(Orbiting Satellite Carrying Amateur Radio)

 OSCAR 1, der erste der Phase-1-Satelliten, wurde am 12.12.1961 gestartet.
  Sein 100-mW-Sender hatte bereits nach 3 Wochen die Batterien verbraucht.
  Interessante Ton-Dokumente für diesen und auch andere Satelliten findet
  man der Homepage der AMSAT-NA.

 OSCAR 2 war baugleich zu OSCAR 1, wurde am 2.6.1962 gestartet und arbeitete
  genau 19 Tage. Auch hier war die Sendeleistung 100 mW.

 OSCAR 3, gestartet am 9.3.1965, war der erste Satellit mit Lineartransponder.
  Während seines kurzen Lebens von 18 Tagen ermöglichte er mehr als 100
  Amateuren in 16 Ländern einen Kontakt. Die Sendeleistung betrug 1 Watt.

 OSCAR 4 wurde am 21.12.1965 gestartet und hatte einen Mode-J-Transponder
  mit 3 Watt Sendeleistung an Bord. Ein Raketendefekt plazierte ihn in einer
  für grössere Anwendungen zu niedrigen Bahn und er lebte nur 85 Tage.

 OSCAR 5 wurde von Studenten der Melbourner Universität gebaut, am 23.1.70
  gestartet und sendete 52 Tage lang Telemetrie auf 2 und 10 Meter.

 OSCAR 6, der erste Phase-2-Satellit, wurde am 15.10.1972 gestartet. Er hatte
  einen Mode-A-Transponder an Bord und arbeitete fast 5 Jahre. Die Sende-
  leistung betrug 1,5 Watt

 OSCAR 7 wurde von Amateuren aus vielen Ländern gebaut und wurde am 15.11.1974
  gestartet. Er trug einen Mode-A- und einen Mode-B-Transponder an Bord und
  bereicherte den Amateurfunk für mehr als 6 Jahre. Die Sendeleistung betrug 
  8 Watt.

 OSCAR 8 war wiederum eine internationale Gemeinschaftsarbeit und wurde am
  5.3.1978 gestartet. Er hatte einen Mode-A- und einen Mode-J-Transponder an
  Bord und arbeitete mehr als 5 Jahre. Die Sendeleistung betrug 1,5 Watt.
 
 Radio-Sputnik 1 und 2 wurden am 26.10.1978 von der Sowjetunion gestartet und
  trugen jeder einen Mode-A-Transponder mit 1,5 W Sendeleistung. Ihre Lebens- 
  dauer betrug nur wenige Monate.

 OSCAR-Phase-3A war der erste Satellit der neuen Serie und wurde am 23.5.1980
  gestartet. Wegen eines Raketenfehlers musste der Start abgebrochen werden,
  und der Satellit ging verloren.

 OSCAR 9, erbaut von der Universität von Surrey in England, wurde am 6.10.1981
  gestartet und trug mehrere Experimente. Er verglühte am 27.9.1990.

 Radio-Sputniks 3-8 wurden gleichzeitig von einer Rakete am 17.12.1981
  gestartet. Einige trugen einen Mode-A-Transponder und zwei von ihnen hatten
  einen 'ROBOT' genannten Computer an Bord, der einfache Telegraphiekontakte
  ermöglichte. Die Sendeleistung betrug 1,5 Watt

 Iskra 2 wurde von Hand von der Raumstation Salyut 7 am 17.5.1982 gestartet
  und trug einen Mode-K-Transponder. Er verglühte 53 Tage nach dem Start.

 Iskra 3 wurde am 18.11.1982 ebenfalls von Salyut 7 aus gestartet und
  lebte noch kürzer als sein Vorgänger, nämlich nur 37 Tage.

 OSCAR 10, der zweite Phase-3-Satellit, wurde am 16.6.1983 mit einer ARIANE-
  Rakete gestartet und in eine elliptischen Bahn gebracht. Oscar 10 trägt
  einen Mode-B- und einen Mode-L-Transponder. Durch Totalausfall des Bordrech-
  ners arbeitet nur noch der Mode-B-Transponder im Dauerbetrieb. Bei günstigen
  Sonnenwinkeln ist er immer noch zeitweise zu benutzen.

 OSCAR 11, wie OSCAR 9 ein Experimentalsatellit, wurde ebenfalls an der Uni-
  versität von Surrey gebaut und am 1.3.1984 gestartet. Er demonstrierte die
  Möglichkeiten von digitaler Kommunikation mittels eines fehlerkorrigierenden
  Systems nach dem AX.25-Protokoll (Packet-Radio). Der Satellit ist noch aktiv.

 OSCAR-12 wurde in Japan gebaut und am 12.8.86 gestartet. Er trug
  Transponder für Mode JA und JD, und die Sendeleistung betrug 1 W. Der
  Satellit ist nicht mehr in Betrieb.

 Radio Sputnik 10 und 11 wurden am 24.6.87 gestartet und arbeiten in den
  Modes K, T und A. Die Sendeleistung beträgt 5 Watt. Die Satelliten sind
  noch in Betrieb.

 OSCAR-13 wurde am 15.6.1988 gestartet und hat AO-10 abgelöst. Der Satellit
  trägt Transponder für Mode B, J, L und S, und die Sendeleistung beträgt 50
  Watt. Das mitfliegende RUDAK-Experiment konnte nicht in Betrieb genommen
  werden. Nach dem Ausfall des 70-cm-Senders am 19. Mai 1993 sind Mode J und L 
  nicht mehr zu nutzen.

 OSCAR-14 wurde von der University of Surrey gebaut und entsprechend UO-14
  benannt. Der Start erfolgte am 22.01.90 zusammen mit einer Reihe weiterer
  Satelliten, nämlich UO-15 und den vier Microsats. Der Satellit bietet
  automatisierten Packet-Radio Mailboxbetrieb in Mode JD mit 9600 Baud,
  wofür spezielle Programme (PB.EXE u. PG.EXE) für die Benutzer entwickelt
  und zur Verfügung gestellt wurden. Seit Anfang 1992 wurde der
  Amateurfunk-Betrieb eingestellt, der dann in gleicher Weise von UO-22
  übernommen wurde.

 OSCAR-15, ein mit UO-14 baugleicher Satellit hat nach einem Tag seinen
  Dienst versagt und konnte nicht in Betrieb genommen werden.

 OSCAR-16, einer der vier Microsats, die zusammen mit UO-14 am 22.01.90
  gestartet wurden, erhielt dann die Bezeichnung AO-16. Er trägt ein
  Packet-Radio Mailbox-Experiment, und zwar mit 1200 Bd BPSK downlink
  gleichfalls in Mode JD. Der Betrieb über diesen Satelliten erfordert die
  gleichen Programme für den Benutzer wie UO-14.

 OSCAR-17, gleichfalls ein Microsat, soll gesprochene Meldungen in FM auf
  145.825 MHz aussenden. Bis heute ist es jedoch noch leider nicht gelungen,
  das entsprechende Programm zu laden. Der Satellit wurde DO-17 oder DOVE
  getauft. 

 OSCAR-18, von der WEBER State University in USA als Microsat gebaut,
  verfügt nicht über einen Transponder sondern sendet Telemetrie und
  Bilder, die mit einer TV-Kamera aufgenommen werden. Hierfür bietet die
  WEBER-State University ein spezielles Programm an, um die Bilder
  dekodieren zu können. Der Satellit wurde WO-18 genannt. Die Aussendungen
  erfolgen im 70-cm-Satellitenband mit 4 Watt Sendeleistung.

 OSCAR-19, der vierte Microsat, wurde von der AMSAT-LU (Argentinien)
  konzipiert und LU-19 genannt. Dieser Satellit trägt genau wie AO-16 ein
  Mailboxexperiment mit den gleichen Betriebsbedingungen.

 OSCAR-20, der zweite japanische Amateurfunk-Satellit, wurde am 07.02.1990
  gestartet und wird FO-20 genannt. Er kann seinen Transponder sowohl im
  Analog-Modus zur Übertragung von Telegraphie und SSB, als auch im
  Digital-Modus für Mailboxbetrieb mit dem AX-25-Protokoll und AFSK
  in Mode J einsetzen. 

 OSCAR-21 wurde von der AMSAT-U unter Mitwirkung von Leonid Labutin,
  UA3CR, initiiert und startete am 29.01.1991. Die AMSAT-DL konnte auf
  diesem Satelliten ihr RUDAK-2-Experiment unterbringen, das nach einigen
  Anfangsschwierigkeiten auch schließlich in Betrieb genommen werden konnte.
  Der Satellit wird AO-21 genannt und arbeitete in Mode B mit 10 W Sende-
  leistung. Seit dem 12. Oktober 1994 schweigt der Satellit, da die Kontrolle
  durch die russische Bodenstation nicht mehr gewährleistet werden konnte.

 OSCAR-22 wurde von der University of Surrey (UoS) gebaut und am 17.07.91
  gestartet und wird UO-22 genannt. Er arbeitet in Mode JD mit 4 Watt
  Sendeleistung und trägt genau wie UO-14 eine digitale Mailbox, die mit
  9600 Bd FSK betrieben wird. Auch hierfür werden die Programme PB.EXE und
  PG.EXE benötigt. Ab Februar 1992 hat er den Satelliten UO-14 abgelöst, der
  ab dann nur noch kommerziellen Diensten zur Verfügung steht. UO-22 trägt
  eine CCD-Kamera an Bord, und hiermit wurden erstmalig hervorragende
  Bilder von der Erdoberfläche übertragen.
 
 Radio Sputnik 12 und 13, genannt RS-12/13, wurde als Doppel-Satellit am
  05.02.1991 gestartet und arbeitet in den Modes K, T und A. Die
  Sendeleistung beträgt 8 Watt.

 OSCAR-23 wurde als von Korea in enger Zusammenarbeit mit der University
  of Surrey in England gebaut und ähnelt sehr dem UO-22. Nach dem Start am
  10.08.1992 wurde er KO-23 genannt. Die CCD-Kamera an Bord verfügt auch
  über eine Teleoptik, so daß Objekte auf der Erdoberfläche von ca. 300 m
  Ausdehnung erkannt werden können. Das digitale Mailboxsystem ist identisch
  mit dem von UO-22. Der Satellit arbeitet gleichfalls in Mode JD.

 OSCAR-24 ist in Frankreich gebaut worden und wurde im Mai 1993 gestartet.
  Der Satellit, genannt ARSENE, hat einen 1200 Bd Packet-Radio Digipeater
  auf 145.925 MHz und einen S-Band Transponder für Analog-Übertragung. Der
  2-m-Transponder konnte nicht in Betrieb genommen werden, und der
  S-Band-Transponder versagte seinen Dienst Anfang September 1993.
  
 OSCAR-25 ist ein zweiter von Korea gebauter Satellit, KITSAT-B, jetzt
  KO-25, nach dem Vorbild von KITSAT-A (KO-23) konstruiert. Der Start
  erfolgte zusammen mit den folgenden drei genannten Satelliten mit der
  ARIANE V-59 am 26 Sept. 1993. Insgesamt sechs verschiedene Experimente
  sind geplant: KAIST Satellite COMputer(KASCOM), Digital store and forward
  communication experiment (DSFCE), CCD earth imaging system(CEIS) wie bei
  KO-23, Digital signal processing experiment(DSPE), low energy electron
  detector(LEED) and IR sensor experiment(IREX).

 OSCAR-26  wurde in Italien gebaut und nach dem geglückten
  Start in IO-26 umbenannt. ITAMSAT ist der erste italienische Amateur-
  funksatellit, der stark an die MICROSAT-Technologie (OSCAR-16) angelehnt
  wurde und durch AMSAT-Italy und die ARI gebaut wird.  Hauptaufgabe ist der
  digitale Store&Forward Funkbetrieb (PACSAT). PB/PG kompatibel. Der
  Satellit wurde jedoch nur einige Male versuchsweise in Betrieb genommen
  und schweigt jetzt.

 OSCAR-27 ist der Amateurfunk-Teil des kommerziellen Satelliten EYESAT-1
  und wurde von Mitgliedern der AMRAD-Organisation in U.S.A. gebaut. Die
  Amateurfunknutzlast ist nicht ständig verfügbar, da die kommerzielle
  Nutzlast Priorität hat. Der Digital-Betrieb ist nicht mit PB/PG
  komaptibel, kein FTL0. Er wird häufig als FM-Transponder betrieben.

 OSCAR-28 nennt sich POSAT-A und ist der erste portugiesische Satellit mit
  Amateurfunknutzlast, gebaut bei der University of Surrey (SSTL). Neben
  Experimenten für digitale Store & Forward-Kommunikation ist auch ein
  CCD-Experiment mit 1km und 200m Bildauflösung vorhanden, ein CCD
  Sternsensor, desweiteren ein DSP-Experiment mit TMS320C25/TMS320C30 und
  ein Dosimeter. Ausserdem ein Trimble GPS-Empfänger zur Ermittlung der
  Satellitenposition und Bahndaten. Es ist jedoch unklar, ob POSAT auf den
  Amateurfunkfrequenzen aktiv wird, um bei Bedarf dort CCD-Bilder auch für
  Funkamateure abstrahlen zu können. Für kommerzielle Zwecke sind eigene
  Frequenzen ausserhalb des Amateurfunkbandes vorhanden.

Radio Sputnik 15 oder auch RS-15 wurde am 26.12.1994 von Baikonur mit
  einer umgebauten SS-18-Rakete gestartet. Die Umlaufbahn ist nahezu
  zirkular mit einer durchschnittlichen Höhe von 1850 km. Die Inklination
  beträgt 64 Grad bei einer Umlaufdauer von ca. 124 Minuten. Der Satellit
  hat ca. 1 m Durchmesser und eine Masse von 70 kg, Die Betriebsabwicklung
  erfolgt in Mode A.

Irrtum vorbehalten!

Stand vom Januar 1996


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