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ImageIm Sommer 2002 begann AMSAT-Deutschland offiziell mit den Planungen und Vorbereitungen eine eigene Raumsonde zum roten Planeten zu schicken. Sie soll als Funkrelais um den Mars fliegen, Bilder machen, wissenschaftliche Experimente durchführen und eine Nutzlast auf die Marsoberfläche absetzen.
Mit ihren bisherigen Erdsatelliten hat die AMSAT-DL die technischen Grundlagen für diesen ersten privat und ehrenamtlich durchgeführten, interplanetaren Raumflug geschaffen. Durch die Funkverbindung auf Amateurfunkfrequenzen ist der Empfang der P5A-Sonde allgemein erlaubt. Über eine eigene Empfangsanlage mit einer 2 bis 3 m großen Parabolantenne oder das Internet können Bilder und Daten mit der passenden Software direkt am eigenen Computer angezeigt werden. Das ursprünglich anvisierte Startfenster 2011 konnte leider nicht erreicht werden, 2013 und 2016 sind energetisch ungünstig. Eine vielversprechende Option ist daher das Startfenster 2018.  Gemeinsam mit der DLR wurde 2010/2011 eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, welche zu einem sehr positiven Ergebnis kam. Die Ergebnisse dienen u.a. auch als Entscheidungshilfe für verschiedene Gremien innerhalb der DLR und Politik, um Anfang 2012 die nächsten Schritte zu beschließen.
 
 
ImageWissenschaft mit der P5A-Sonde
Bereits während der P3D-Satellit (AO-40) gebaut wurde, war klar, dass mit diesem Raumfahrzeug von der Navigation, der Antriebsleistung und den Kommunikationsverfahren her die Voraussetzungen für eine interplanetare Raumfahrtmission geschaffen waren. 1996 fand daher ein “Kick-Off-Meeting” statt, um die Aufgaben und technischen Basisdaten einer Marsmission zu definieren.
Es wurde ein Bedarf an einer Relaisfunkstelle zur Kommunikation zwischen Mars und Erde gesehen, um Daten zukünftiger Landemission sicher übertragen zu können. Außerdem wurde bei dem Meeting großes Interesse geäußert, von Bord einer solchen Sonde naturwissenschaftliche Untersuchungen des Mars durchführen zu können. Angesichts der Antriebs- und Navigationsmöglichkeiten, die die AMSAT-DL bieten kann, ist sogar die Mitnahme von Landesystemen oder Subsatelliten möglich.
 
 
 
 
ImageTrainingssatellit P3E fliegt zuvor
Derzeit entsteht schon ein Erdsatelliten der AMSAT-P3-Reihe mit dem schon zwei bis drei Jahre zuvor verschiedene Technologien, darunter ein neuer Bordrechner, eine Navigationskamera und das Kommunikationssystem, für die P5A-Marssonde getestet werden sollen. Die späteren Kommandostationen der P5A-Marssonde können vorab die Steuerung trainieren. Außerdem erhalten Funkamateure mit diesem P3E-Satelliten Möglichkeiten für weltweite Kontakte und technische Versuche.
 
 

 

Image Bodenstation aktiv
 Mit dem 20-m-Parabolspiegel des Bochumer Sternwarte (Institut für Umwelt- und Zukunftsforschung, IUZ) reaktivierte die AMSAT-DL eine Anlage für die Nutzung als zentrale Bodenstationen. Die Bochumer Antenne war bereits bei der Ankunft der ESA-Sonde Mars-Express zu Weihnachten 2003 live dabei. Zusammen mit dem Empfang der Saturnsonde Cassini in 1,3 Milliarden und der Sonde Voyager 1 in 14 Milliarden Kilometern Entfernung hat die Anlage ihre Tauglichkeit für die P5A-Mission bewiesen. Sendeseitig konnte die Anlage bereits mit Funkreflektionen am Mond getestet werden.
 
 
 
 
 
 
Marsmission für alle
Das Besondere der AMSAT-Marsmission ist ihre Offenheit. Dem Open-Source-Prinzip verpflichtet, wird die AMSAT-DL den Empfang der P5A-Sonde allgemein ermöglichen - sei es mit einer eigenen Empfangsstation oder via Internet. Schon im Vorfeld des Marsflugs ist die Beteiligung an dem ambionierten, privat und überwiegend eherenamtlich durchgeführten Weltraumprojekt möglich.
Ticket to Mars