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Jubiläumssymposium im Radom der Sternwarte Bochum

Anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Bochumer Instituts für Satelliten- und Weltraumforschung (1961–2011) veranstalten wir gemeinsam mit AMSAT-DL am Freitag, den 16.09.2011 von 15-18 Uhr ein Sondersymposium „Raumfahrt in Bochum“, zu dem alle interessierten Fachleute und Laien herzlich eingeladen sind.

 

Programm Jubiläumssymposium:

■ 15.00–15.30 Uhr: Es begann mit dem Flug von Gagarin; iur. Thilo Elsner

■ 15.30–16.00 Uhr: 50 Jahre Oscar 1; Dipl.-Ing. Michael Lengrüsser AMSAT-DL

■ 16.00–16.30 Uhr: Stereo A und B Weltraumwetter aus Bochum für die NASA; Dipl.-Ing. Hartmut Päsler, AMSAT-DL

■ 16.30–17.00 Uhr: Kaffeepause

■ 17.00–17.30 Uhr: Das Wetter aus dem All; Dipl.-Met. Jörg Asmus, DWD

 

Veranstaltungsort ist das Radom der Sternwarte Bochum, Blankensteiner Straße 200a, 44797 Bochum.

 

Kontakt: Leiter Sternwarte IUZ Bochum -  Thilo Elsner 0234/ 47711- 0177 50 70 797

 

Hintergrund:

Als Sputnik I im Oktober 1957 seine Signale zur Erde funkte, läutete er mit seinem monotonen „Piep Piep Piep“ eine neue Ära der Menschheitsgeschichte ein. Am Morgen des 5. Oktober 1957 drangen in Bochum die ersten Signale aus dem Lautsprecher. Medienberichte über Kaminskis Pioniertat machten seine Volkssternwarte international bekannt.

 

50 Jahre Institut für Satelliten- und Weltraumforschung

EMPFANG

Vom Keller zum Institut

 

Die Außenstelle der Volkssternwarte Bochum im Privathaus von Heinz Kaminski – von den Journalisten liebevoll „Sputnik-Keller“ genannt – avancierte nach dem Empfang der Funkzeichen von Juri Gagarin im April 1961 zum Weltraumnachrichtenplatz.

Kaum sechs Monate später nahm im Oktober 1961 das erste bundesdeutsche Institut für Satelliten- und Weltraumforschung der Sternwarte Bochum in einem modernen Pavillonneubau seine Arbeit auf. Diese Gründung verdanken wir also gewissermaßen dem Flug Gagarins.

Die Arbeit des Instituts war zunehmend geprägt vom Empfang und der Aufbereitung von Fernerkundungsdaten der Erde aus dem Weltraum. Bis heute werden täglich Signale aus dem All von Satelliten und Raumsonden in Bochum empfangen.

 

Wir freuen uns, im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten eine ganz besondere Ausstellung zu eröffnen: Die Erde im Visier! Die Sonderausstellung zur Beobachtung des Systems Erde aus dem Weltraum wird vom 17. September 2011 bis zum 15. April 2012 im Radom der Sternwarte Bochum zu sehen sein.

http://www.die-erde-im-visier.de

 

ATS-6 der NASADiese Woche markiert den 40. Jahrestag der ursprünglichen AMSAT SYNCART-Idee, einem Vorschlag an die NASA im Juli 1971.  Bei dem Projekt sollte ein "SYNCronous Amateur Radio Transponder" auf dem geostationären ATS-G (Applications Technology Satellite) mitfliegen.

Der Antrag an die NASA war positiv beschieden, aber nach dem erfolgreichen Start von ATS-6 wurder der siebte "ATS-G" durch das vorzeitige Ende des Apollo-Programms ersatzlos gestrichen.

pdf_iconDer herunterladbare SYNCART-Vorschlag listet die Amateurfunk-Experimente und Anwendungen auf und liefert noch einmal die Gründe, von denen die meisten noch heute gelten würden,  warum die NASA dieses Projekt kostenlos fliegen sollte. Die Autoren waren u.a. Dr. Perry Klein W3PK, damaliger Präsident von AMSAT-NA und Dr. Karl Meinzer DJ4ZC, Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der AMSAT-DL.

Die WARC 1971 zum Thema Weltraumtechnik (Space Technology) fand im gleichen Zeitraum (7. Juni bis 17. Juli) in Genf statt. Das war die ITU-Konferenz, auf dem der Amateurfunkdienst über Satelliten etabliert und die Frequenzen zugeteilten wurden!

Mehrere Satelliten-Hersteller werben neuerdings damit, dass sie Nutzlasten an Bord ihrer Satelliten-Plattformen als Gast unterbringen können. Überlegen Sie, welche Auswirkungen und welchen Wandel es im Amateurfunk bedeuten würde, wenn wir SYNCART-Pakete an Bord eines oder mehrerer geostationärer Satelliten bekommen könnten!

Am 20. Mai 2010 (21:58:22 UTC) brachte die japanische H-2A Rakete gleich drei Satelliten erfolgreich auf den Weg in Richtung Venus. AKATSUKI (auch als Planet-C und Venus Climate Orbiter bezeichnet), IKAROS (Interplanetary Kite-craft Accelerated by Radiation Of the Sun) und UNITEC-1. 
UNITEC-1  (UNISEC Technology Experiment Carrier-1) ist ein interplanetarer Amateurfunksatellit des  japanischen Universitätenkonsortiums UNISEC (University Space Engineering Consortium).

AKATSUKI (Venus Climate Orbiter)Am Abend des 21. Mai waren die Raumsonden erstmals für Europa sichtbar und kurz nach dem Aufgang  konnten bereits sehr starke Signale von Akatsuki und Ikaros mit der 20m-Antenne in Bochum empfangen werden. Bei einem Öffnungswinkel der Parabolantenne von nur +- 0,09°, erwiesen sich die vorausberechneten Bahndaten und die automatische Nachsteuerung der Antenne  als sehr genau. Beide Raumsonden befinden sich offenbar in einem sehr guten Zustand. Auch in den nächsten Tagen konnten weiterhin sehr gute Signale empfangen werden.

IKAROS on 8.4 GHzWährend Akatsuki und Ikaros die DSN-Frequenzen im X-Band zur Downlink verwenden, hat UNITEC-1 einen Sender im Amateurfunkband auf 5,840 GHz. Das Rufzeichen ist JQ1ZUN. Nach einer Anfrage aus Japan wurde in Kooperation mit AMSAT-DL, JAMSAT und UNISEC die 20m-Antenne in Bochum für UNITEC-1 aufgerüstet. Ein entsprechender Feed, LNB und Kuhne-Konverter für 5,84 GHz wurden installiert und der gesamte HF-Pfad vermessen.

UNITEC-1Erste CW und FSK Signale wurde von japanischen Bodenstationen beim ersten Überflug über Japan am 21. Mai mit guter Feldstärke empfangen. Aufgrund eines extrem frequenzunstabilen Signals gelang es jedoch nicht die Telemetrie zu dekodieren. Bei der kurz darauf folgenden Sichtbarkeit über Europa war UNITEC-1 bereits verstummt.  Auch OZ7SAT in Dänemark konnte weder mit einem 1m Spiegel, noch mit dem 7m Spiegel ein Signal finden. Auch in Japan konnten  keine Signale mehr empfangen werden.  In den weiteren Tagen blieb die Suche nach UNITEC-1 weiterhin erfolglos, auch mittels eines 32m-Spiegel in Japan und man fürchtet, dass UNITEC-1 verloren ist.  4 Tage nach dem Start hat Bochum die Suche nach UNITEC-1 nun vorläufig eingestellt.

IKAROS (Small Power Solar Sail Demonstrator)Weiterhin verfolgt werden periodisch Akatsuki und insbesondere Ikaros mit seinem großen Solar-Segel. Da Ikaros mit einem USO (Ultra Stable Oscillator) ausgerüstet ist, wird Bochum in der Lage sein Ikaros autonom zu verfolgen. Anhand von Doppler-Messungen des empfangen Signals, lässt sich die Bahn mit ausreichender Genauigkeit bestimmen.  Die dafür nötigen Softwaretools und Erkenntnisse werden uns auch bei dem Betrieb von P5-A zum Mars helfen.

AMSAT-DL Vorstand wurde gewählt

Im Rahmen des AMSAT-DL Symposiums fand am 14. Mai 2011 die Mitgliederversammlung der AMSAT Deutschland von 15:00 Uhr bis 17:45 Uhr in den Räumlichkeiten des IUZ in Bochum statt.

Peter Gülzow (DB2OS) und Hartmut Päsler (DL1YDD) wurden in ihren bisherigen Ämtern als 1. Vorsitzender bzw.  2. Vorsitzender der AMSAT Deutschland e.V. wiedergewählt.  Als neuer 3. Vorsitzender wurde Michael Lengrüsser (DD5ER) gewählt, der die Nachfolge von Achim Vollhardt (DH2VA) antritt.  Die Ergebnisse waren einstimmig, ohne Gegenstimmen und lediglich mit Enthaltung der Kandidaten.  Achim Vollhardt stand zur Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung, er wird aber weiterhin Aufgaben innerhalb der AMSAT-DL übernehmen.

 

Hier die Präsentation über den Status von AMSAT P3-E und DLR-AMSAT P5-Moon/Mars zum Download:

http://www.amsat-dl.org/pic/gallery2/main.php?g2_itemId=8719

 

direkter Download:

http://www.amsat-dl.org/pic/gallery2/main.php?g2_view=core.DownloadItem&g2_itemId=8719

 

für die Teilnehmer des Sysposium zu beachten:  das für den 18. Mai geplante Treffen mit der DLR verschiebt sich um einige Tage.

Gemeinsam mit dem DLR Institut für Raumfahrtsysteme und der AMSAT-DL wurde aufbauend auf dem sich im Orbit befindenden AMSAT-Satelliten P3-D (OSCAR-40) eine Machbarkeitsstudie auf Systemebene sowohl für einen P5-A-Flug zum Mars als auch zum Mond (Zwischenschritt) durchgeführt.

Für die Untersuchungen kamen u.a. die neue Concurrent Engineering Facility (CEF) des DLR Bremen in den Bereichen Missionsanalyse, Konfiguration, Budgeting und Kosten zum Einsatz. Unter anderem fanden jeweils zwei 1-wöchige intensive Arbeitstreffen mit allen Beteiligten vor Ort statt.

Final PresentationDie erfolgreichen Studienergebnisse, an denen nicht weniger als 10 Institutionen der DLR und die AMSAT-DL beteiligt waren, wurden am 10. Mai der Programmdirektion des DLR auf der offiziellen Abschlusspräsentation in Köln vorgestellt. Die theoretische Machbarkeit einer deutschen Mission zum Mond und zum Mars mit ausgewählten DLR-Nutzlasten wurde dabei nachgewiesen.

Im Verlauf der Studie hat sich gezeigt, dass trotz der unterschiedlichen Arbeitsweisen von AMSAT-DL und DLR eine überaus konstruktive Zusammenarbeit entstanden ist.

Die Studie hat mit ihren durchweg positiven Abschlussempfehlungen die Überlegungen und Planungen der AMSAT-DL aus den vergangenen Jahren aus unabhängigem Blickwinkel bestätigt. Nun erhoffen sich alle Beteiligten die weiteren nötigen Schritte.