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France Telecom LogoKürzlich konnte eine Lizenzvereinbarung zur Nutzung von Turbo-Codes zwischen dem federführenden Patentinhaber “France Telecom” und der AMSAT-DL unterzeichnet werden. Danach wird AMSAT-DL auf nicht-kommerzieller Basis die Nutzung der sogenannten Turbo-Codes für ihre Missionen P3E (Erdorbit, Start 2005) und P5A (Marsmission, Startfenster 2007 oder 2009) sowie den bereits im Orbit befindlichen Satelliten AO-40 erlaubt. Eingeschlossen sind auch die Bodensegmente der Satellitennutzer, sofern die Nutzung auf die genannten Raumfahrtmissionen beschränkt bleibt. Ein Vergabe von Sub-Lizenzen durch die AMSAT-DL wurde nicht vorgesehen. Damit hat AMSAT-DL die alleinige Kontrolle für die Nutzung im Zusammenhang mit ihren zukünftigen Missionen.

Turbo-Codes sind ein spezielles, rückgekoppeltes Verfahren, um Nachrichtensignale gegen Störeinflüsse und sehr geringe Signal/Rauschverhältnisse robust zu machen. Gegenüber inzwischen frei nutzbaren Verfahren zur Vorwärtsfehlerkorrektur (FEC) in Kombination mit Faltungskodierung (Viterbi) verspricht die Nutzung der patentrechtlich geschützten Turbo-Codes für die Marsmission eine Verbesserung der Funkstrecken um bis zu 3 - 4 dB gegenüber den gängigen Methoden. P5A-Projektleiter Prof. Dr. Karl Meinzer zeigte sich über die Vereinbarung sehr erfreut: “Damit können wir auf den Funkstrecken zwischen Erde und der AMSAT-DL-Marssonde P5A entweder mehr Daten in der gleichen Zeit übertragen oder den Antennenaufwand auf der Erde um rund ein Drittel reduzieren, jenachdem welcher Bedarf gerade besteht.”

Unmittelbar nach Unterzeichung der Vereinbarung wurden erste Prototypen zur Kodierung und Dekodierung von Turbo-Code-Signalen durch das AMSAT-DL-Team entwickelt, die bereits die praktische Nutzbarkeit für die Marsmission der AMSAT-DL demonstrieren.

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