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Roter Knopf
Frank Sperber (AMSAT-DL) und Sarah Schweiger (Yahoo!) drücken den roten Knopf zum Start der Aussendung.
"Wollen wir es versuchen?" beendete AMSAT-DL-Gründer Prof. Dr. Karl Meinzer einen Aufsatz zur interstellaren Kommunikation. Die AMSAT-DL hat es versucht und das, auf jeden Fall aus technischer Sicht, erfolgreich.

Durch einen glücklichen Umstand kam über die DLR und die Hamburger Kommunikationsagentur "Faktor 3" ein Kontakt mit dem Internetunternehmen Yahoo! zustande. Yahoo! plante eine Aussendung von Grußmails in Richtung einer denkbaren außerirdischen Zivilisation. Insgesamt konnten weit über 2000 Botschaften mit mehr als 500 MByte Text- und Bildinhalt erfolgreich ausgesendet werden. Dank der Initiative und Unterstützung von Yahoo! konnte am 12. September 2005 die Sendung erfolgen. Ziel war das 11,4 Lichtjahre entfernte Sonnensystem "61 Cygni B" im Sternbild "Schwan". Es bleibt nun abzuwarten, ob in knapp 23 Jahren eine Art Antwort kommt.

Anhand der Untersuchungen von Karl Meinzer zur interstellaren Kommunikation und unter Berücksichtigung der Sendemöglichkeiten über die Weilheimer 30-m-Antenne wurde klar, dass wir heute bereits im Bereich der unteren sinnvollen Leistungsgrenze Signale zu einem der Nachbarsonnensysteme schicken können. Ab dem 29.8. konnten Grußbotschaften sowohl über eine Yahoo!-E-Mail-Adresse als auch für Funkamateure direkt über die AMSAT-DL gesammelt werden. Für diese erste, gezielte interstellare Aussendung durch Funkamateure wurde eine spezielle Genehmigung von der Bundesnetzagentur unter dem Rufzeichen DI2AK erteilt. Die Aussendung erfolgte bei 10,5 GHz. Hierdurch wurde die Besonderheit des Experiments unterstrichen.

Screenshot
Die Statusanzeige verdeutlicht: Fast alle der über 2000 Grußbotschaften sind mit voller Leistung ausgesandt.
Die AMSAT-DL wollte die Chance zu dieser Aktion "Mails to Space" nutzen, um insbesondere die technischen Eigenschaften der Anlage weiter auszuloten. Durch die Initiative und eine Spendenunterstützung seitens Yahoo! ließen sich die Aktivitäten an diesem Punkt beschleunigen, um einerseits die Antenne für den Kommandobetrieb mit der geplanten P5A-Marsmission der AMSAT-DL weiter vorzubereiten und andererseits den Einstieg in die von Karl Meinzer vorgeschlagenen, ernsthaften Aussendungen zu benachbarten Sternensystemen zu schaffen. Es liegt im Wesen des Amateurfunks, einen allgemeinen Anruf (CQ) zu senden, ohne vorher zu wissen, ob und wer antworten wird. Wenn es inzwischen technisch für Funkamateure möglich ist, warum nicht auch in Richtung anderer Sonnensysteme, in denen Leben - zumindest theoretisch - denkbar ist?

Mit einer Antwort kann allerdings nicht ernsthaft gerechnet werden. Zum einen ist unklar, ob das vermutete Planetenobjekt um den Zielstern Leben trägt, zum anderen würde man dort vermutlich mit JPG- und ASCII-Datenformaten wenig anfangen können.

Blcokdiagramm
Das Blockdiagramm der verwendeten Ausrüstung während der Aussendung
 

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