[Forum] SwissCube

Martin Laabs martin.laabs at mailbox.tu-dresden.de
Tue Oct 16 19:38:10 CEST 2007


Hallo,

On Tue, 16 Oct 2007 14:25:34 +0200, Stefan Wagener  
<stefan_wagener at hotmail.com> wrote:

> Das kann man von "SwissCube" aber nicht behaupten. Der hauptsaechliche  
> Grund das die Cubesats Amateurfunk Frequenzen benutzen ist weil sie  
> "kostenloss" sind und genuegend Geraete (RX/TX) zur Auswahl stehen.

Nach AfuG ist "Weiterbildung" und sind "technisch-wissenschaftlichen  
Studien"
nicht nur legitime sondern auch erwünschte und gewollte Bereiche des
Amateurfunkdienstes.
Ich finde es immer wieder befremdlich wie die Cubesats als  
"Nestbeschmutzer"
deklariert werden. Natürlich gibt es Beispiele bei denen sich nicht an die
Vorschriften, als erstes ist wohl die "offene Sprache" zu nennen, gehalten
wird.
Aber selbst dann ist meiner Meinung nach das Projekt insgesammt positiv
zu bewerten weil sich interessiere Studenten mit dem Thema "Funk" und
speziell "Amateurfunk" auseinandergesetzt haben und dem Amateurfunk ins-
gesammt viel wahrscheinlicher noch das eine oder andere Gute tun werden.

Davon mal ganz abgesehen ist es technisch hoch anspruchsvoll in einen
durch Energiebudget und Platzangebot sehr eingeschränkten Cubesat ein
Funksystem zu integrieren welches für den unkoordinierten Vielfachzu-
griff geeignet ist.
Ich selber entwickel gerade eine SDR Platform für die Bedürfnisse von
Cubesats und habe natürlich die eine und andere Idee wie man dort,
neben der Telemetrie, anderweitige nützliche Afu-Dienste unterbringen
kann.
Da so ein Cubesat sinnvoll nur in einem Frequenzband nutzbar ist (das
hängt mit der Forderung einer einigermaßen Isotropen Abstrahlcharakter-
istik zusammen die nur mit 4 Quasi-"Monopolen" zu erreichen ist was schon
für ein Frequenzband ein enormen Aufwand darstellt.) ist man von vorn-
herein auf Simplexbetrieb eingeschränkt. Lineartransponder o.ä. geht
also schon von daher nicht. (Dass es trotzdem Cubesats mit Up- und
Downlinkfrequenzen in getrennten Bändern gibt, kann ich mir nur mit
einem Antennensystem vorstellen welches einigermaßen starke "Richt-
charaktersitik" aufweist und damit nur bei zufällig "richtig" gedrehtem
Satellit keinen starken negativen "Gewinn" hat. Lageregelung ist bei
Cubesats idR. nicht möglich.)

Bleiben viele Spielereien in Richtung Paketorientierte Afu-Nutzlasten
die aber, so sehe ich das jedenfalls, bei weitem nicht so viel An-
klang finden und mit der Krücke AX.25 samt Erweiterung auch tatsächlich
nicht so viel Spaß machen.

Und da ist das Problem, dass man dafür - so man kompatibel bleiben
will - einigermaßen viel Energie für den Empfänger aber insbesondere
für den Sender braucht. (FEC und koheränte Modulationen sowie adap-
tieve Sendeleistung oder -datenraten sind dann nämlich von vornherein
ausgeschlossen.)

Das gibt das Energiebudget i.A. einfach nicht her so man noch eine
sinnvolle wissenschaftliche Nutzlast "an Bord" hat.

Viele Grüße,
  Martin L.



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