[Forum] Cubesats und AMSAT-DL

Thomas Frey th.frey at vtxmail.ch
Mon Apr 21 12:54:30 CEST 2008


Mike Rupprecht schrieb:
> Hallo Thomas,
>   
Hallo Mike
> ich weiß nicht genau, ob es noch der richtige Weg ist, auf Hardwarelösungen zu bauen.
>
> Gerade das von dir angesprochene G3RUH Modem ist nicht mehr verfügbar und nur noch sehr vereinzelt zu finden. Da bleibt oft nur der Selbstbau. Ob der sich aber für jeden einzelnen lohnt - zumal es momentan nur ein Satellit ist, der im PSK Mode aktiv ist, nämlich IO-26, wage ich zu bezweifeln. Den Aufwand zu betreiben, für ein paar Bits im MBL Mode sind für die breite Masse recht unattraktiv.
Als OM, seit 1985 QRV, habe ich manchmal Entzugserscheinungen vom Lötkolben.
Solche Bausätze könnte man mit gutem Willen problemlos wieder aufleben 
lassen.
Aber wenn niemand BPSK empfangen und decodieren will, hat auch niemand 
Inter-
esse an einem Bausatz. Wenn die JARL uns wieder einmal einen Fuji-Sat 
mit BBS
bescheren sollte, bin ich überzeugt, kommt er wieder mit dem Fuji-Mode 
und alle
schreien nach einem Modem mit USB-Schnittstelle. Gut, eine Software 
dafür wurde
auch schon geschrieben.

Aber Softwarelösungen haben leider auch einen Nachteil. Fast alle
Programmierer schreiben für Windows (Du auch) und Linux-, Mac- und
ich als OS/2 / eComStation-User bleiben aussen vor.

>  Und wie lange wird uns die serielle Schnittstelle an den modernen PC überhaupt noch erhalten bleiben?
>   
Die gute alte RS-232 Schnittstelle wird uns noch lange erhalten bleiben,
da sie für kommerzielle Steuerungen immer noch benutzt wird. Es gibt auch
neue PCI-Karten mit der RS-232 Schnittstelle. Und für alte Modems, die nicht
direkt auf die Leitungen zugreifen wie z.B. Spannungsmessser, gibt es ja
billige USB-Seriell-Adapter.

Mit einem solchen seriellen Spannungsmesser und einer Relaiskarte habe ich
mir übrigens meine Rotorsteuerung zusammengebastelt und programmiert. Geht
mein alter PC mit der on-board Seriellschnittstelle kaputt, stehe ich ohne
Rotorsteuerung da. Dahingehend gebe ich Dir recht. Aber auch da gibt es
irgendwo eine Lösung.

> Ich denke, die einzig vernünftige Lösung ist der Einsatz der Soundkarte. Damit wird der Dekoder wirklich massentauglich, denn eine Soundkarte ist in jedem PC/Laptop eingebaut. Noch einfacher geht es doch kaum.
>   
Da hast Du recht. Nur muss halt jemand die Sound-Software schreiben.

> Bei Delfi-C3 setzt man auch auf PSK und man beweist uns, dass auch PSK mit relativ wenig Quellcodezeilen einfach und sicher zu dekodieren ist (RASCAL, Warbler). Es gibt mit Sicherheit die DSP Spezialisten unter uns, denen es ein Kinderspiel ist, auch geeignete Treiber zu schreiben. Ich denke nur an die enorme Verbreitung von PC/Flexnet vor etwa 10 Jahren.....
> Wenn die Daten erst einmal digital (z.B. als KISS Stream) vorliegen, ist es sehr einfach den Rahmen für die Auswertung der Telemetrie herumzubauen.
>
> 73, Mike
> DK3WN
>
> PS: Natürlich gibt es auch für 400 bps PSK (AO-40) Soundkartendekoder :-)
>   
Da sollten wir mit den Begriffen aufpassen und uns genau ausdrücken, um
Verwechslungen und Missverständnisse zu vermeiden.

Bei Delfi-C3 wird RC-BPSK oder RaisedCosine-BinärPhaseShiftKeying 
eingesetzt.
Das ist nicht das selbe wie BPSK oder gar PSK. RASCAL decodiert auch nicht
das selbe wie Warbler. Bei den Fuji- und PACSats wurde das "einfache" BPSK
eingesetzt. Bei den PACSats war auf einem anderen Downlink auch RC-BPSK
vorgesehen, wurde aber nie eingesetzt. In der "Berichterstattung" von 
AMSAT-NA
wurden diese beiden Modulationsarten denn auch verwechselt. Es gibt nichts
schlimmeres, als wenn jemand über etwas berichtet, dass er selber nie 
auspro-
biert hat. Da kann ich seit 20 Jahren ein Lied davon singen, aber das nur
nebenbei.


>>
>> Hallo Alle
>>
>> Auf KW wird auch "Robust Packet Radio" benutzt, und auch sonst gibt
>> es viele neue digitale Betriebsarten. Aber das Problem ist ja die
>> Doppler-Shift bei den LEO-Satelliten.
>>
>> Neben der schon erwähnten 400 bps PSK gibt es auch die BPSK, wie
>> sie bei FO-12, FO-20 (daher Fuji-Mode), AO-16, WO-18, LO-19 und IO-26
>> verwendet wurde. da lassen sich die Daten 3 mal schneller mit 1200 bps
>> übertragen. Modems wurden von G3RUH und KD2BD entwickelt.
>>
>> Dies sind meine 2 Rappen zu diesem Thema.
>>
>>
>>  
>>
>>     
>
Da habe ich noch FO-29 vergessen. Interessant zu diskutieren wäre
noch, ob eine Datenrate von 400 bps bei LEO-Sats ausreicht. Bei
wenig Telemetrie wahrscheinlich schon, es gibt ja auch das alte CW,
womit Telemetrie gesendet wird.


Mit freundlichen Grüssen, 73
    Thomas Frey, HB9SKA
______________________________________________________________________

  Thomas Frey, Holzgasse 2, CH-5242 Birr, Tel. + Fax: 056 444 93 41
                   http://home.datacomm.ch/th.frey/




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