AW: [Forum] Betrieb über FM Transponder

HB9WDF hb9wdf at bluewin.ch
Mon Jan 28 23:50:46 CET 2008


Hallo Mike und Forum

Nach einigen Jahren "Beinahe-"Abstinenz war ich im Jahr 2007 wieder sehr oft
auf den Satelliten QRV. Die von Dir (und auch Ib) genannten Regeln kann ich
nur unterstreichen. Eine unmittelbare Wirkung des schlechten Operatings ist,
dass linear dazu die Leistung hochgedreht und der Transponder somit
zugestopft wird. Daher treibt es mir die Tränen in die Augen, wenn ich an
meine Portabel-Aktivität auf EA8 zurückdenke, bei welcher ich mit 5Watt über
UO-14 VP9 erreichen konnte - zurück in HB9 müsste ich an Wochenenden 100Watt
aufwenden, um mich auf den FM-SAT's irgendwie bemerkbar machen zu können -
diesen Stress habe ich inzwischen aufgegeben...

Allerdings ist die Disziplin auf VO-52 auch nicht immer besser als auf den
FM-Sat´s, wenn sich die Hauptaktivitäten an Wochenenden rund um 145.900
konzentrieren. Da musste ich schon zu "Notwehr" greifen und meine 120 Watt
PA nachschalten, damit ich ein QSO vernünftig beenden konnte. (Ja - Etwa
1000 Watt ERP...)

Soviel zur "Klönerei" ;-) Ich denke, dass der Schritt von VK3JED, OZ1MY und
Dir der Richtige ist, die Regeln wieder einmal zu thematisiert. Trotz meiner
10jährigen Erfahrung bin ich in einem Punkt (Effizienz) auf ein Detail
gestossen, dass mir so nicht bewusst war. Somit hat Dein Mail bereits eine
kleine positive Wirkung erreicht, die ich hiermit gerne bestätige :-)

In diesem Sinne beste 73 aus HB9

Michael  - HB9WDF











  -----Ursprüngliche Nachricht-----
  Von: forum-bounces at amsat-dl.org [mailto:forum-bounces at amsat-dl.org]Im
Auftrag von Mike Rupprecht
  Gesendet: Montag, 28. Januar 2008 22:47
  An: forum at amsat-dl.org
  Betreff: [Forum] Betrieb über FM Transponder


  Hallo,



  Mit AO-16 ist seit letzter Woche wieder ein neuer Transponder aktiv
geworden - ein fast schon totgesagter Digital-Satellit wird zum FM/SSB
Transponder. Die im Uplink empfangenen FM Signale werden durch den BPSK TX
in beiden Seitenbändern wieder ausgesendet.



  Immer wenn ein neuer Satellit im FM Mode verfügbar ist, kommt die
Diskussion wieder in Gange, wie man diesen effizient für QSO's nutzt. Die
Erfahrungen in Europa zeigen allerdings immer wieder chaotische Zustände
(z.B. UO-14 -> man findet einige Beispiele auf meiner Webseite)



  Warum herrscht bei uns eigentlich so wenig Disziplin? Es muss doch an uns
selber liegen - denn auch auf Kurzwelle, im DX Pile-Up sind es immer wieder
die Europäer, die einen schlechten Ruf haben. Liegt es nur an der Mentalität
der Südeuropäer oder an der Leistung der Osteuropäer?



  Gerade wieder angeregt durch einen Beitrag von Ib (OZ1MY) und Tony, VK3JED
im AMSAT-BB möchte ich meine eigenen Erfahrungen und Hinweise noch einmal
überarbeiten und ergänzen.





  Die erste und goldene Regel lautet - erst hören, dann senden !



  Nicht in laufende QSO's rufen und sein eigenes CQ platzieren - Warten -
auch wenn es schwer fällt und man schon mit den Fingern trommelt um auch
diese Station zu arbeiten.



  Pfeifen, Klopfen, "Ola, Ola" usw. ist überflüssig - auf einem FM
Transponder braucht man sich nicht einpfeifen



  Leistung auf ein Minimum reduzieren - wenn der Transponder zugestopft
wird, nützt das niemanden.



  Kurz fassen und QSO's auf das Wesentliche beschränken. Hier gehen sicher
die Meinungen auseinander - ist es notwendig, einen Locator zu senden? Bei
einem Contest auf Kurzwelle reicht der Rapport - 59 - für ein gültiges QSO.
Wir haben hier in Europa diesen Stil entwickelt - aber wäre es nicht
effektiver, im Contest-Stil zu arbeiten? Gerade wenn der Satellit sehr
belegt ist - Call und Rapport - das war's.



  Name, QTH oder gar die Stationsausrüstung kann man austauschen, wenn man
wirklich allein ist oder genügend Zeit hat.



  Wenn man sich sicher ist, dass die Gegenstation das eigenen Rufzeichen
verstanden hat - macht es keinen Sinn es noch mehrmals zu wiederholen. Auch
die Gegenstation kennt ihr eigenes Call!



  Disziplin üben, sich auch mit einem QSO pro Durchgang zufrieden geben - in
den kostbaren max. 14 Minuten käme so jeder einmal zum Zuge. Ich habe schon
so oft dagesessen, das Mikrofon in der Hand - und hab doch kein einziges QSO
gemacht.



  Es wird immer wieder Stationen geben, über die man sich ärgert (auf Grund
ihrer Betriebsweise) - es ist aber sinnlos, diese Stationen zu stören
(Mitdrücken) - das nützt den anderen auch nichts.



  Respektieren wir QSO's in eigener Sprache. Es funktioniert wirklich, bei
entsprechender Disziplin und kurzen QSO - ein Durchgang ist wirklich
multilingual und zuhören kann auch viel Spaß machen.







  Vielleicht lassen wir uns von dem "täglichem Chaos" nicht einfangen und
versuchen durch unsere Betriebstechnik ein wenig mehr Disziplin vorzumachen.
Es ist schwer, aber wir sollten es probieren - auch wenn der Finger an der
Mikrofontaste krabbelt, der Leistungsregler noch nicht am Anschlag ist und
man schon die Augen verdreht, wenn der Name zum drittenmal wiederholt
wird -> DISZIPLIN




  Vielleicht gelingt es uns dann, die vorhandenen FM Satelliten so zu
nutzen, wie man es erfolgreich über die verfügbaren SSB Transponder längst
praktiziert.





  In diesem Sinne, viel Erfolg mit AO-16



  Mike, DK3WN



  www.dk3wn.info









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