[Forum] Ergänzung zu "Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung"

Hartmut Paesler amsat-dl-forum1 at dl1ydd.de
Mon Aug 24 13:03:38 CEST 2009


Liebe Forumsleser,

um die Diskussion auf vernünftige Füße zu stellen, haben wir beschlossen,
den im neuesten AMSAT-DL-Journal erscheinenden Artikel zum Thema
Beitragserhöhung hier vorab einzuspielen.

Wir haben es bisher immer so gehalten, die Einladung zu Mitglieder-
versammlungen bereits vor der Veröffentlichung im Journal hier im Forum
zu veröffentlichen. Das haben wir als kleinen Zusatz-Service verstanden,
damit unsere Mitglieder ihre Zeitplanung etwas frühzeitiger machen
konnten. Dieser kleine Zusatz-Service ist aber anscheinend in diesem
Fall von Einigen völlig mißverstanden worden.

73 Hartmut DL1YDD




Anpassung des seit 18 Jahren unveränderten Mitgliedsbeitrags

Wie bereits mehrfach im AMSAT-DL-Journal und auf den vergangenen
Mitgliederversammlungen berichtet, musste die AMSAT-DL in der letzten
Zeit einen erheblichen finanziellen Mehraufwand gegenüber den vergangenen
Jahren schultern. Dieser Mehraufwand dient dabei nicht etwa der
unmittelbaren Projektarbeit, sondern dem Erhalt der Infrastruktur in
Marburg. Eine existierende Infrastruktur ist unabdingbare Voraussetzung
für Projektarbeiten und die Existenz der AMSAT-DL.

Wie ist der gestiegene Finanzbedarf zu erklären? Es hat doch in den
Jahren davor immer prima funktioniert? Dazu muss man etwas weiter
ausholen.

Die AMSAT-DL konnte in den vergangenen Jahrzehnten auf einen Stamm von
qualifizierten und zuverlässigen Mitarbeitern zurückgreifen. Diese
Mitarbeiter waren Angestellte der Universität Marburg und durften einen
Teil ihrer Arbeitszeit der AMSAT zur Verfügung stellen. Lediglich
Heike Straube war und ist bei der AMSAT-DL angestellt. Sie ist für das
Projektmanagement bei P3-E verantwortlich, erledigt die
Mitgliederverwaltung sowie die finanziellen und vereinstechnischen
Angelegenheiten.

Weiterhin war die AMSAT-DL in der glücklichen Lage, dass die Miete und
alle Nebenkosten für das Zentrale Entwicklungslabor (ZEL) von der
Universität beglichen wurden. Lediglich die Miete für den
Integrationsraum, in dem jetzt P3-E steht, wurde von der AMSAT bezahlt.

Diese Situation hat sich allerdings im Jahr 2007 dramatisch verschlechtert.
Die Universität hat das ZEL endgültig geschlossen und alle Mitarbeiter
entweder in den Ruhestand geschickt oder ihnen einen neuen Arbeitsplatz
innerhalb der Universität zugewiesen. Wir konnten den Zeitpunkt der
Schließung durch Verhandlungen mit der Universitätsverwaltung um zwei
Jahre hinauszögern. Die Vereinbarung war dergestalt, dass die Universität
die Lohnkosten und die AMSAT-DL die Mietkosten des ZEL übernahm. Diese
für die AMSAT-DL mit durchaus hohem finanziellen Aufwand verbundene
Lösung ließ sich jedoch nicht weiterführen. Plötzlich war nur noch
Heike Straube als hauptamtliche Mitarbeiterin da, alle anderen Arbeiten
mussten von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet werden.

Da die AMSAT-DL nicht mehr alle Räume der ZEL-Etage benötigte,
wurde die Fläche auf weniger als die Hälfte reduziert. Dabei wurde Wert
darauf gelegt, dass mit einem Minimum an Fläche ein Maximum an Möglichkeiten
erhalten blieb. Über die dazu notwendigen Umbaumaßnahmen wurde im AMSAT-DL-
Journal berichtet. Durch geschickte Verhandlungen mit der
Universitätsverwaltung konnten wir den kompletten Maschinenpark und das
sonstige Inventar übernehmen.

Da aber nicht alle Arbeiten von Ehrenamtlichen ausgeführt werden können,
muss für die Projektarbeit trotzdem hin und wieder Arbeitskraft eingekauft
werden. Dies geschieht jedoch mit Augenmaß und nur im nötigsten Umfang.
Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter stehen zum größten Teil voll im
Berufsleben und können daher auch nur einen begrenzten Teil ihrer Zeit zur
Verfügung stehen. Auch mangelt es der AMSAT-DL an manchen Stellen einfach
an ehrenamtlichen Nachwuchs mit geeigneten Fachkenntnissen. Beides, Zeit
und Fachkenntnis, standen früher in deutlich größerem Maße zur Verfügung
als in der heutigen Zeit.

Trotzdem ist die Situation zurzeit so, dass die bereits (wie oben
beschrieben) auf ein Minimum reduzierten Miet- und Lohnkosten in der Summe
immer noch über unseren regelmäßigen Einkünften aus den Mitgliedsbeiträgen
liegen. Wir reden hier wohlgemerkt nicht von Projektarbeit, diese wurde
und wird größtenteils aus Geldspenden, Sachspenden und Fördermittel
finanziert.

Die Differenz zwischen laufendem Finanzbedarf und tatsächlichen laufenden
Einnahmen wird zurzeit aus Rücklagen gedeckt. Man kann sich leicht
überlegen, dass dies nicht beliebig lange funktionieren kann.

Um die laufenden Kosten aus den Mitgliedsbeiträgen decken zu können,
müsste der Jahresbeitrag von derzeit 50 Euro auf 90 Euro angehoben werden.
Bei der derzeitigen Mitgliederzahl würde dieser Beitrag den Fortbestand
unserer Infrastruktur sichern.

Der Sprung von 50 Euro auf 90 Euro erscheint auf den ersten Blick groß.
Bedenkt man jedoch, dass der Beitrag seit 1991 -- also seit 18 Jahren --
nicht mehr angepasst wurde, im Gegenteil bei der Umstellung auf den Euro
sogar leicht nach unten korrigiert wurde, so stellt das die Erhöhung in ein
anderes Licht. Hätten wir die Beiträge, wie dies zum Beispiel von
Versicherungen gemacht wird, jedes Jahr um die allgemeine
Preissteigerungsrate angepasst, so wären wir jetzt bei 93 Euro
angekommen.

Der Vorstand hat die Mitgliederversammlung im Mai genutzt, um die Meinung
der Mitglieder zu diesem Thema in Erfahrung zu bringen. Die Anwesenden
waren naturgemäß nicht begeistert, konnten unsere Argumentation aber gut
nachvollziehen.

Wir sehen die Beitragserhöhung auf 90 Euro als derzeit einzige Möglichkeit,
unseren Haushalt zu konsolidieren und die Handlungsfähigkeit des Vereins
auch längerfristig sicherzustellen. Natürlich wissen wir, dass der Zeitpunkt
dieser geplanten Beitragserhöhung aufgrund der momentan schwierigen
wirtschaftlichen Lage ungünstig ist, aber wir bitten Sie dennoch:

Kommen Sie zu unserer außerordentlichen Mitgliederversammlung am
10. Oktober 2009 nach Marburg und tragen Sie diese Entscheidung mit!
Besichtigen Sie den Integrationsraum, P3-E und unser Labor. Denn wie
eingangs erwähnt: Eine Infrastruktur ist unabdingbare Voraussetzung für
Projektarbeiten und die Existenz der AMSAT-DL.

Der Vorstand der AMSAT-DL stellt die Beitragserhöhung mit Wirkung zum
Anfang des Jahres 2010 zur Abstimmung. Aus vereinsrechtlichen Gründen ist
dazu eine (außerordentliche) Mitgliederversammlung notwendig. Die Einladung
zu der außerordentlichen Mitgliederversammlung finden Sie auf Seite 13
in diesem Heft.

Peter Gülzow
Hartmut Päsler
Achim Vollhardt





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