[Forum] OSCAR - Status KW 41 - Update

Thomas Frey th.frey at vtxmail.ch
Tue Oct 19 12:40:10 CEST 2010


Martin Laabs schrieb:
> Hallo,
>
>> Mit Beesat habe ich einfach so meine Mühe. Er sendet offenbar nur
>> ab und zu, dann wenn es jemandem in der Uni passt. Dann sendet er
>> in GMSK, eine im Amateurfunk nicht übliche Modulation und das
>> Kommunikationsprotokoll ist auch nicht unser übliches AX.25.
>
> Wobei man auch den Ursprung von AX.25 sehen muss. Es war als "wie kann 
> ich mit einfachsten Mitteln mit Hilfe meins analoges Funkgerät Daten 
> übertragen" entwickelt. Also alles andere als optimal bezüglich 
> SNR/Leistung. Zudem ist es derweilen über 30 Jahre alt und alle 
> Neuerungen die es seit dem gab (FEC, DSPs etc.) sind entsprechend 
> nicht vorhanden.
>
Hallo Martin

Deine Antwort habe ich fast erwartet :-) AX.25 wurde Anfang der
1980er Jahre von kanadischen und wahrscheinlich auch amerikanischen
Amateuren aus dem Protokoll X.25 für den Funkbetrieb weiterentwickelt.
AX.25 bedeutet AmateurX.25. X.25 stammt noch aus der Zeit, als
die Computer mit Lochkarten programmiert wurden.

> Ist es unter diesen Gesichtspunkten so verwerflich eine moderen 
> Modulation/Kodierung zu verwenden oder sind die Funkamateure 
> tatsächlich so tröge, dass sie dem ewig gestrigen hinterherhängen?
>
Nein, überhaupt nicht, im Gegenteil. Für den Kurzwellenfunk
wurden schon viele neue Übertragungsarten erfunden und entwickelt,
analoge wie digitale. Aber für den Satellitenfunk mit seinem
Dopplereffekt ist das gute alte Packet Radio (AX.25) die wohl
stabilste Kommunikationsform für Datenübertragung.

>> So
>> frage ich mich, was hat dieser Satellit im Amateurfunkband verloren?
>
> Ist das eine rhetorische Frage? Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit 
> eine Kostenfrage gewesen. Ausserdem ist Uni auch Ausbildung und damit 
> eines der höheren Ziele des Amateurfunkes.

Sie kann rhetorisch sein. Aber hier geht es um die Einhaltung
von Regeln und Gesetzen. Keine Uni muss am Hungertuch nagen,
es ist einfach billiger, wenn man die Amateurfunkfrequenzen
gratis nutzen kann. Die Ausbildung bezieht sich auf die
Selbstausbildung und Forschung von Funkamateuren und nicht die
Ausbildung von Uni-Studenten. Dafür ist ja die Uni da.

Wenn hingegen eine Uni die Zusammenarbeit mit Funkamateuren sucht,
wird sie diese auch bekommen. Dann sind wir Amateure auch bereit,
uns mit auszubilden. Damit ist das von Dir angesprochene höhere
Ziel erreicht.

>
> Viele Grüße,
>  Martin L.
>

-- 

Mit freundlichen Grüssen, 73
     Thomas Frey, HB9SKA
______________________________________________________________________

   Thomas Frey, Holzgasse 2, CH-5242 Birr, Tel. + Fax: 056 444 93 41
                    http://home.datacomm.ch/th.frey/




More information about the Forum mailing list