[Forum] OT I Re: AMSAT-DL und Sternwarte Bochum empfangen von NASAaufgegebene Raumsonde

Tom DF5JL df5jl at web.de
Sun Mar 23 08:53:37 CET 2014


Lieber Herbert,

danke für Deinen Beitrag. Ich würde aber gerne die Diskussion künftig
gerne nicht als Kette im Forum weiterführen, bitte daher alle weiteren
Beiträge als PM an df5jl(at)darc.de. Danke schon mal vorab.

Um aber jetzt hier direkt im Forum (als "Off Topic", also OT) dennoch
Stellung zu nehmen: All Deine Ausführungen sind nachvollziehbar und
richtig, nur sprachlich gibt es im Deutschen eine Regel, die meines
Erachtens Deinen weiteren Ausführungen aber nicht widersprechen.

Die Regel lautet, dass Im Deutschen das Grundwort eines
zusammengesetzten Wortes (genauer ist es ein zusammengesetzes
Substantiv, ein so genanntes "Kompositum"), das dessen Gesamtinhalt
entscheidet, generell am Ende steht und die näher bestimmenden
Bestandteile davorstehen. Und das Grundwort ist zweifelsohne "Funker".

An dieser Stelle sei das populäre Beispiel Schweine- bzw.
Kalbsschnitzel, Jägerschnitzel, Paprikaschnitzel sowie das Kinder- bzw.
Seniorenschnitzel erwähnt, das unmissverständlich zeigt, wie zwar
unterschiedlich die in einer substantivischen Zusammensetzung
vereinigten Wortbestandteile sein können, aber auch, welch
unterschiedliche Bezüge (Bedeutungen) damit abgedeckt werden können.
Gleiches gilt somit für den CB-Funker, den Amateurfunker, aber auch für
den Taxifunker, den Schiffsfunker, den Fernschreib- bzw. Tastfunker, den
Amateursatellitenfunker usw.

Deine Ausdifferenzierung bezogen auf die exklusiven Möglichkeiten des
den Amateurfunk legal Ausübenden steht allein in den gesetzlichen
Ausführungen zum Amateurfunkdienst, kann sich aber vor allem nicht aus
dem Wort ableiten lassen. D. h., auch wenn der Gesetzesgeber
"Amateurfunker" als Bezeichnung verwendet hätte, blieben die
Bestimmungen, die sich aus der Definition des Afus ergeben, unberührt.

Die Diskussion führt uns aber nicht weiter, da eine sprachliche
Ausdifferenzierung in unterschiedlichen Verwendungsbereichen bereits
stattgefunden hat. Man muss konstatieren, dass fachintern vor allem vom
Funkamateur (was wäre übrigens die sprachlich korrekte weibliche Form?
PM an mich), allgemein sprachlich (etwa in Presseberichten) vom
Amateurfunker bzw. der Amateurfunkerin die Rede ist. Übrigens m. E.
schadlos.

Weswegen der Gesetzgeber jedoch statt vom "Amateurfunker" vom
"Funkamateur" spricht, liegt vermutlich darin begründet, dass man durch
die Vertauschung des bestimmenden Bestandteils mit dem Grundwort die
unterschiedliche Bedeutung beider Varianten aufzeigen wollte. Ein
weiteres sprachliches Beispiel dafür wäre "Schienenbahn" und
Bahnschienen". Nur: Es gibt keine unterschiedliche Bedeutung, der
"Funkamateur" ist nämlich genau so ein "Amateurfunker". Von daher hatte
ich die Äußerung getätigt, dass der Gesetzesgeber m. E. (sprachlich) irrt.

Man muss aber festhalten: Sprache ist nicht immer "logisch" in einem
bestimmten, von irgendjemandem geforderten Sinn. So macht ein
Farbanstrich die Welt zwar bunter, die Kopfschmerztablette aber nicht
mehr Kopfschmerzen.

Genießen wir einfach den Spaß, den unser Hobby bringt. Und der sollte
nicht qualitativ davon abhängen, an welcher Position das Grundwort in
Komposita auftaucht.

Beste 73, schönen Sonntag
Tom DF5JL


Am 22.03.14 22:30, schrieb DL8SH at gmx.de:
> Hallo Tom,
>  
> meines Erachtens irrt der Gesetzgeber nicht.
>  
> Denn Funkamateure sind nicht auf das Funken an sich beschränkt, wie
> beispielsweise "Berufs-Funker" (oder CB-Funker), sondern befassen sich
> mit allem, was die Funktechnik betrifft amateurmäßig (= ohne
> kommerzielle Interessen).
>  
> So dürfen Funkamateure beispielsweise Sender anderer Funkdienste für
> Amateurfunkzwecke selbst umbauen oder gar Funkgeräte für den
> Amateurfunkbetrieb selbst bauen, ohne daß sie für die Inbetriebnahme
> solcher Geräte einer (gesonderten) Genehmigung bedürfen. Solche Rechte
> haben meines Wissens keine anderen Funker auch und gerade "Berufsfunker"
> nicht.  
>  
> Um das tun zu dürfen, müssen Funkamateure bekanntlich vor einer
> Bundesbehörde (jetzt Bundesnetzagentur) eine staatliche Prüfung
> bestehen, in der sie auch entsprechende technische Grundlagenkenntnisse
> nachweisen werden müssen.
>  
> Jeder Funkamateur ist also in einem bestimmten Umfang ein staatlich
> geprüfter Fachmann auch auf dem Gebiet der Funk-*Technik*. Der Begriff
> "Amateur" kennzeichnet sonach nur die Tatsache, das mit der Tätigkeit
> als (Funk)Amateur keine kommerziellen Interessen verbunden sind.   
>  
> Die Bezeichnung "Amateur*funker*" reduziert meines Erachtens dagegen den
> Funkamateur auf das bloße Funken an sich, wie beispielsweise CB-*Funker*
> und das womöglich noch im Sinne von "als Laie funken".
>  
>  
> Vy 73 de Herbert, DL8SH
> Dipl.-Ing.



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